Atmungsaktivität AT4 / Bestimmung der Bodenatmung mittels Druckdifferenzmessung:

(nach DIN ISO 16072)

 

Die mikrobielle Bodenatmung resultiert aus der Mineralisierung organischer Substanzen. Durch den Atmungsvorgang in der Probe wird Sauerstoff aufgenommen, unter gleichzeitiger Abgabe von Kohlenstoffdioxid (CO2).

 

Zur Bewertung von Abfallproben können aerobe (AT4-Bestimmung) oder anaerobe Prozesse (Gärtest GB21) herangezogen werden. Bei der AT4-Bestimmung muß genügend Sauerstoff vorhanden sein, damit durch die aerobe Veratmung CO2 gebildet wird. Bei Abwesenheit von Sauerstoff laufen anaerobe Prozesse unter Bildung von Biogas (im Wesentlichen Methan und CO2) ab.

 

Wegen des geringeren Arbeitsaufwandes und der wesentlich kürzeren Meßdauer erfolgt die Bewertung von Abfallproben i.d.R. anhand des aeroben Abbaus.

 

Wird die Messung in einem geschlossenen Gefäß durchgeführt, das neben der zu untersuchenden Feststoffprobe einen ausreichend großen, mit Luft gefüllten Gasraum und ein Absorptionsmittel für Kohlenstoffdioxid enthält, kommt es durch die Sauerstoffaufnahme bzw. durch die CO2-Absorption zu einer Druckabnahme. Im geschlossenen System ist die Druckänderung proportional zur Masse an aufgenommenem Sauerstoff.

 

 

Um den organischen Stoffabbau messen zu können, muß das in äquivalenten Mengen gebildete Reaktionsprodukt CO2 chemisch durch einen Absorber (Natronkalk-Granulat oder Flüssigabsorber, z.B. NaOH- oder KOH-Lösung) gebunden und so aus dem Gasraum entfernt werden. Nur dann läßt sich aus der gebildeten Druckdifferenz (d.h. die Druckänderung ab Start der Messung) direkt auf den Verbrauch an Sauerstoff schließen. Besonders wichtig ist das Einhalten einer konstanten Inkubationstemperatur. Dies sorgt einerseits für einen definierten Rahmen der mikrobiellen Reaktionen und ermöglicht andererseits über das Gasgesetz die Zuordnung von Druckänderungen zu Stoff-Umsätzen.

 

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